Die Konzeptphase des Bündnisses „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG)“ ist am Donnerstag, 26. April 2018, im Technologie- und Gründerzentrum des Weinberg Campus Halle offiziell eingeläutet worden. Das im Süden Sachsen-Anhalts verankerte und im Rahmen des Förderwettbewerbs „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ geförderte Projekt möchte die durch digitale Technik entstehenden Möglichkeiten so innovativ nutzbar machen und weiterentwickeln, dass die Selbständigkeit im Alter möglichst lang erhalten und die Lebensqualität und Versorgung von Menschen verbessert werden kann. Für diese Zielstellung soll die Region Halle und das südliche Sachsen-Anhalt zu einer Modellregion für diese neuen Technologien (wie bspw. Pflegerobotik) entwickelt werden, so dass aus der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsversorgung und -forschung, Kreativwirtschaft und IT/Technik auch viele neue wirtschaftliche Impulse und Unternehmensgründungen entstehen.

Vor diesem Hintergrund wurden auf der TDG-Initial-Tagung rund 40 Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Versorgung und Politik die fördertechnische Ausrichtung des WIR!-Programms nähergebracht und die Spezifika des TDG-Ansatzes vorgestellt. Daran anknüpfend tauschten die Teilnehmer im Rahmen von Workshops ihre Visionen, Ideen und ihr jeweiliges Expertenwissen zur Herausbildung der „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“ aus. Diese Ideen für neue Strukturen, Versorgungsformen oder Kooperationen wurden gesammelt und bildeten am Ende Bausteine, aus denen ein Leuchtturm entstand. „Es war in dem Zusammenhang sehr motivierend zu sehen, wie ähnlich sich die Ideen der unterschiedlichen Akteure sind. Das zeigt uns, dass es sich lohnt, das Projekt voranzutreiben und uns dafür einzusetzen, dass es für die Umsetzungsphase ausgewählt wird“, sagt Dr. Patrick Jahn, Leiter der Stabsstelle Pflegeforschung im Universitätsklinikum Halle (Saale).

TDG ist eines von 32 Bündnissen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus insgesamt 105 Bündnis-Vorschlägen für die zweite Förderphase, die sogenannte Konzeptphase, des „WIR!- Wandel durch Innovationen in der Region“ Programmes ausgewählt wurden. „13 Konsortien hatten sich alleine aus Sachsen-Anhalt mit Projektskizzen beworben. Lediglich zwei davon wurden ausgewählt. Und eine davon ist unsere“, sagt Jahn. Nun gehe es darum, bis Ende Oktober ein überzeugendes Konzept für die Umsetzungsphase zu erarbeiten. „Die erfolgreiche Durchführung der TDG-Initial-Tagung war hierfür ein erster wichtiger Meilenstein“, sagt Jahn. Für die Umsetzungsphase werden laut BMBF wiederum zwölf der 32 Bündnisse selektiert und anschließend mit jeweils acht bis zwölf Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren unterstützt.

„Dass sich unsere Projektskizze für die Konzeptphase qualifizieren konnte, zeigt, dass wir bisher mit unseren Forschungsvorhaben, wie beispielsweise dem FORMAT-Projekt, das im Rahmen der „Autonomie im Alter“-Projekte vom Land und der EU gefördert wird, überzeugen konnten. Nun kommt mit dem ‚WIR!‘-Programm noch ein bundesfinanziertes Anschlussprojekt hinzu, das hoffentlich auch für die Umsetzungsphase ausgewählt wird. Das stärkt ein weiteres Mal den Forschungsschwerpunkt Epidemiologie und Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle“, sagt Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Dazu erhoffen wir uns natürlich möglichst viel Unterstützung seitens des Landes Sachsen-Anhalt, denn das Projekt käme schließlich einerseits unmittelbar unseren strukturschwachen Regionen zugute, aber dient andererseits dann auch als wertvoller Ideengeber für andere Regionen“, so der Dekan weiter.

Die Initial-Tagung wurde gemeinschaftlich vom TDG-Kernteam durchgeführt, welches sich aus der Universitätsmedizin Halle (Saale) als Projektkoordinator, dem Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Verein der Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt sowie der Univations GmbH zusammensetzt.

Das Programm „WIR! – Wandel durch Innovationen in der Region“ wurde vom BMBF aufgelegt, um einen innovationsbasierten Strukturwandel in verschiedenen Bereichen, wie bspw. der Gesundheitsversorgung, in den neuen Bundesländern voranzutreiben. Hierfür werden rund 150 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Spätestens ab 2020 sollen auch strukturschwache Regionen der alten Länder in das sich derzeit in der Pilotphase befindliche Förderkonzept einbezogen werden.

Quelle:  Cornelia Fuhrmann auf www.blog.medizin.uni-halle.de