Mehr als 15 innovative Projekte haben die Chance auf Förderung

Halle. Eine App zur Eindämmung eines Virus, Online-Sprechstunden beim Arzt oder der Videoanruf zwischen Erkrankten und Angehörigen – in Zeiten von Corona ist die große Bedeutung der Digitalisierung so spürbar wie selten zuvor. „Die aktuelle Krisensituation durch das Coronavirus (SARS-CoV-2) zeigt, wie dringend in Zukunft Innovationen zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung benötigt werden“, sagt Prof. Dr. Patrick Jahn, Projektleiter der Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG). „Auch wenn die aktuelle Situation allen alles abverlangt und uns im hier und jetzt bindet, so verpflichtet sie gleichzeitig auch, gerade jetzt einige Schritte vorauszudenken. Genau darin sehe ich die Aufgabe der TDG.“

Die Projektziele der TDG sind klar: Strukturen schaffen, in denen Innovation in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft stattfinden kann. Kreative und Macher zusammenbringen und neue Produkte und Dienstleistungen identifizieren, entwickeln und deren praktische Einführung unterstützen. Der geographische Rahmen ist dabei die TDG-Modellregion, die sich vom südlichen Sachsen-Anhalt bis ins nördliche Thüringen erstreckt. Was die digitale Vernetzung und den Austausch von Erfahrungen angeht, gibt es keine Grenzen. Koordiniert wird die TDG von der Medizinischen Fakultät der Martin—Luther-Universität Halle-Wittenberg, die eigens dafür ein interdisziplinäres Team aus Pflege, IT, Wirtschaft und Wissenschaft zusammengestellt hat. Die ersten Ergebnisse dieses Transfers liegen vor. Mehr als 15 Teams haben bis zum Stichtag 7. April konkrete Vorschläge gemacht, welche innovativen Anwendungen die ambulante Pflege auf ein nächstes Level heben oder das Leben im Alter vereinfachen könnten. Für die Entwicklung dieser Projektvorhaben arbeiteten Vertreter aus Forschung und Wirtschaft, Medizin und Pflege sowie Informatik und Kreativwirtschaft interdisziplinär zusammen.

„Nicht nur die Zahl der Projekte ist vielversprechend, auch die Qualität“, sagt TDG-Projektkoordinator Dr. Karsten Schwarz. „Die Projekte reichen von Virtual Reality-Anwendungen für die Qualifizierung von Pflegepersonal bis hin zu einem digitalen Medikamentenspender, der zukünftig Fehler bei der Medikamenteneinnahme verhindern kann, bis zur neuartigen robotischen Unterstützung bei der Rehabilitation nach einem Schlaganfall, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Projekte bieten einen echten Mehrwert für die Gesundheitsversorgung und großes wirtschaftliches Verwertungspotential.“ Das Beste daran: Sie seien keine Zukunftsmusik, sondern mit der entsprechenden Förderung kurzfristig realisierbar.Zur Verfügung stehen dafür Mittel aus der „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“-Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Welche der eingereichten Projekte eine Chance auf Finanzierung haben, entscheidet der unabhängige Förderbeirat der TDG am 28. und am 29. April 2020.