Eine Weiterentwicklung der Digitalisierung in Gesundheit und Pflege setzt in Zeiten der Corona-Pandemie auch eine Digitalisierung in der Kommunikation voraus. Aufgrund der geltenden Kontaktsperre traf sich der Beirat der Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG) Ende April an zwei Tagen im virtuellen Raum, um über die Förderwürdigkeit der eingereichten Projekte zu beraten.

Insgesamt 16 interdisziplinäre Teams nutzten ihren Online-Pitch, um den unabhängigen Beirat von ihren Ideen zu überzeugen. Dabei kam es dem 8-köpfigen Gremium bei der Bewertung vor allem auf die Relevanz und das wirtschaftliche Verwertungspotential für die TDG-Region an, die sich vom Süden Sachsen-Anhalts über den Norden Thüringens bis nach West-Sachsen erstreckt.

Eine Förderempfehlung erhielten demnach folgende Projekte:

DigiCare – Virtuelle Lernszenarien als Erweiterung für die Aus- und Weiterbildung in der Pflege

ELISE – IT-gestütztes Koordinationssystem für ehrenamtliche Hilfe

ALIS – Augmented Reality-Unterstützung für Pflegebedürftige in häuslicher Umgebung

VIN – Virtuell invertierte Neurotherapie – ohne Medikamente gegen chronische Schmerzen

SmInT – Innovativer Service-Truck als Lern- und Experimentierraum für Pflegebedürftige und Angehörige

aphaDIGITAL – Sprachtherapeutische Versorgung von Aphasie-Patient*innen durch digitale Lösungen

„Ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Beiratssitzung. Viele tolle Projekte wurden präsentiert“, sagt Beiratsvorsitzende Angelika Zander. „Wenn alle Ideen so umgesetzt und die Ergebnisse in die Breite getragen werden können, wäre das ein echter Mehrwert für die Gesundheitsversorgung in unserer Region. Am Ende entscheidet aber die Nachnutzung über den Erfolg“, so die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt.

Es geht um insgesamt 3 Millionen Euro Förderung aus dem Programm “WIR! – Wandel durch Innovation in der Region”. Ob die Zuwendungen ausgezahlt werden, entscheidet im nächsten Schritt der Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Projekte, die vorerst keine Empfehlung des Beirats erhalten haben, können es mit einem nachgebesserten Antrag noch einmal versuchen. Die nächste Bewerbungsphase für neue TDG-Projekte startet voraussichtlich im Juli 2020.

Wer weitere innovative Ideen hat, wie ambulante Pflege und Gesundheitsvorsorge in Zukunft aussehen kann, wie die Autonomie im Alter in den eigenen vier Wänden möglichst lange erhalten bleiben kann oder wie die digital unterstützte Versorgungsstrukturen aufgebaut sein müssten, sollte die Chance ebenfalls nutzen.

 

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