Open Lab Night bringt Forschung und Hallenser ins Gespräch

Wie können Bürger:innen für die Entwicklung innovativer Technologien in Gesundheitsversorgung und Pflege gewonnen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das TDG-Projekt DialogRaum. Den Abschluss bildete die Open Lab Night im Innovationslabor der Innovationsregion für digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG) in der Großen Nikolaistraße 7. Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften öffnete die TPG ihre Türen für die Öffentlichkeit – und traf damit auf großes Interesse: Insgesamt 122 Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, aktuelle Technologien kennenzulernen, auszuprobieren und mit Forschenden sowie engagierten Bürger:innen ins Gespräch zu kommen. 

Besonders bemerkenswert: Die Veranstaltung wurde nicht allein von Wissenschaftler:innen geplant. Das Konzept entstand gemeinsam mit Teilnehmenden vorheriger DialogRaum-Workshops. Vier Senior:innen brachten sich aktiv in die Entwicklung und Umsetzung des Formats ein und unterstützten die Veranstaltung vor Ort. Damit wurde genau das umgesetzt, was das Projekt während seiner Laufzeit erprobt hat: Bürger:innen nicht nur als Zielgruppe anzusprechen, sondern sie aktiv in die Gestaltung von Technikentwicklung und Wissenschaftskommunikation einzubeziehen. 

Drei Stationen, ein Ziel: Technik erlebbar machen 

Die Open Lab Night führte die Besucher:innen durch drei unterschiedliche Erlebnisbereiche. An einer ersten Station konnten sie die TPG und ihre Forschungsaktivitäten kennenlernen und einen Einblick in die Themen erhalten, mit denen sich die Einrichtung beschäftigt. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der digitalen Gesundheitsversorgung, der Pflegeunterstützung und der partizipativen Technikentwicklung. 

Ein besonderer Publikumsmagnet war der Technikrundgang. Hier wurden verschiedene technologische Lösungen vorgestellt, die bereits heute oder künftig im Gesundheits- und Pflegebereich eingesetzt werden können. Zu sehen waren unter anderem der soziale Roboter Pepper, die therapeutische Robbe Paro, der Telepräsenzroboter AV1, das Enna Tablet, ein Notrufsystem sowie weitere digitale Assistenztechnologien. 

Die dritte Station bildete eine Lernecke, in der Besucher:innen spielerisch Technologien ihren jeweiligen Einsatzbereichen und Funktionen zuordnen konnten. Das Angebot richtete sich insbesondere an Interessierte ohne Vorkenntnisse und sollte den Zugang zu häufig abstrakt wirkenden Innovationen erleichtern. 

Von Skepsis zu Begeisterung 

Dass interaktive Formate einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Berührungsängsten leisten können, zeigte sich insbesondere im Techniklabor. Nach Einschätzung von Lab-Manager Marcus Franze erwies sich dieser Bereich als stärkster Anziehungspunkt der Veranstaltung. Vor allem die Robbe Paro und der humanoide Roboter Pepper zogen zahlreiche Besucher:innen an. 

Viele der Gespräche drehten sich um die Frage, welche Rolle Technik künftig in Pflege und Gesundheitsversorgung spielen kann. Dabei wurden auch kritische Stimmen laut. Einige Besucher:innen äußerten zunächst die Sorge, künftig von Robotern gepflegt zu werden oder menschliche Zuwendung könnte durch Technik ersetzt werden. 

Gerade diese Diskussionen machten jedoch den besonderen Wert der Veranstaltung aus. Durch das direkte Erleben der Technologien und den persönlichen Austausch mit den Mitarbeitenden wandelte sich die anfängliche Skepsis häufig in Neugier und Interesse. Die Besucher:innen konnten die Systeme selbst ausprobieren, Fragen stellen und einen realistischen Eindruck von den tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten gewinnen. 

Auch Projektleiterin Dr. Anja Wolf sieht darin einen wichtigen Erfolg. Ziel sei gewesen, die Arbeit der TPG sichtbarer zu machen und den direkten Kontakt zur Bevölkerung zu stärken. Viele Menschen hätten bislang gar nicht gewusst, dass sich mitten in Halle eine Einrichtung mit genau diesen Zukunftsfragen beschäftigt. Die Open Lab Night habe deshalb nicht nur Technik vermittelt, sondern auch gezeigt, wie nah Forschung bereits am Alltag der Menschen stattfindet. 

Familien, Fachkräfte und neue Perspektiven 

Das Publikum setzte sich aus ganz unterschiedlichen Gruppen zusammen. Neben vielen Familien mit Kindern besuchten auch Fachkräfte aus Gesundheits- und Pflegeberufen die Veranstaltung. Gerade Kinder zeigten sich fasziniert von den Robotern und digitalen Assistenzsystemen, während Fachkräfte intensiv über konkrete Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Herausforderungen diskutierten. 

Auffällig war, dass viele Gäste deutlich länger als geplant in den Räumen verweilten. Zahlreiche Gespräche entwickelten sich spontan und gingen weit über die reine Technikdemonstration hinaus. Die Veranstalter:innen beobachteten ein hohes Interesse an den gesellschaftlichen, ethischen und praktischen Fragen rund um den Technikeinsatz im Gesundheitswesen. 

Positive Bilanz zum Projektabschluss 

Auch die Evaluation der Veranstaltung fällt eindeutig positiv aus.„Die zentralen Ziele der Open Lab Night konnten erreicht werden”, sagt DialogRaum-Mitarbeiterin Emma Höbusch. Die TPG stellte sich einer breiteren Öffentlichkeit vor, weckte Interesse an ihren Forschungsaktivitäten und schuf Möglichkeiten für einen direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. 

„Besonders stark nachgefragt wurden laut unserer Umfrage die interaktiven Demonstrationen.” Die Rückmeldungen zeigten, dass praktische Erfahrungen und persönliche Gespräche wesentlich dazu beitragen, Vorbehalte gegenüber neuen Technologien abzubauen. Von den 30 befragten Besucher:innen gaben 27 an, eine vergleichbare Veranstaltung erneut besuchen zu wollen. 

„Gleichzeitig lieferte uns die Open Lab Night wichtige Hinweise für zukünftige Formate”, so Lisa Patzer aus dem DialogRaum-Team. „Interaktive Angebote sollten weiter ausgebaut werden. Und auch für die Visualisierung unserer Informationen konnten wir wichtige Impulse mitnehmen.” Zudem zeigte sich, dass eine gute sichtbare Platzierung von attraktiven Technologien wie Roboter Pepper immer wirksam Aufmerksamkeit erzeugen und neue Besucher:innen anziehen können. 

DialogRaum wirkt weiter 

Mit  der Open Lab Night endet das TDG-Projekt DialogRaum, seine Erkenntnisse werden jedoch über das Projekt hinaus Bestand haben. Das gemeinsam mit Bürger:innen entwickelte Veranstaltungsformat hat gezeigt, dass Beteiligung, Austausch und praktische Erfahrungen wirksame Wege sind, Menschen für Technikentwicklung in Gesundheitsversorgung und Pflege zu gewinnen. 

Die Veranstaltung machte deutlich, dass innovative Technologien auf großes Interesse stoßen, wenn sie verständlich erklärt, erlebbar gemacht und gemeinsam diskutiert werden. Damit hat DialogRaum nicht nur ein erfolgreiches Abschlussformat hervorgebracht, sondern auch wertvolle Impulse für zukünftige Open-Lab-Veranstaltungen, Beteiligungsformate und die weitere Arbeit der TPG geschaffen. Eine Veröffentlichung der ausführlichen Projektergebnisse ist in Planung. 

Probleme in der Pflege heute – Lösungen für morgen 

Herausforderungen und Ideen aus dem Alltag von Pflegekräften

Datum: Individuell vereinbar  

Dauer: 60 Minuten 

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 10 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Sie arbeiten in der Pflege? Geht es um die Gegenwart in ihrer Branche, kennen Sie die täglichen Herausforderungen am besten. Denken Sie an die Zukunft, wissen Sie genau, was Sie anders oder besser machen würden? Sprechen wir darüber! 

Wir möchten Ihren und den Alltag von Pflegebedürftigen durch den Einsatz und die Entwicklung innovativer Lösungen verbessern. In diesem Mitmach-Format geht um den Austausch mit Ihnen, denn Sie sind der Experte/die Expertin. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie Probleme mit bereits vorhandenen Innovationen gelöst werden können. Oder welche Lösungen es in Zukunft braucht, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern.  

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen sie bedarfsorientiert an Sie an. 

Für wen? Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige, Interessierte, Pflegebedürftige.

Pflege-Innovationen in die Praxis integrieren – aber wie?

Austausch-Format für Entscheider*innen in der Pflegewirtschaft 

Datum: Individuell vereinbar  

Dauer: 60 Minuten 

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 5 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Innovationen im Bereich der Pflegewirtschaft sind bereits vorhanden. Durch TDG-Projekte kommen neue dazu. Neben den Anwender:innen und Betroffenen, für die diese Lösungen entwickelt werden, benötigt es Entscheider:innen im Bereich Pflege und Gesundheit. 

Sie sind Leiter:in einer Pflegeeinrichtung oder Pflegedienstleister? Sie haben auf kommunaler Ebene Verantwortung für die Daseinsvorsorge im Gesundheitswesen? Sie möchten neue Lösungen in ihrer Einrichtung integrieren oder neue Ideen mitentwickeln und Pflege künftig erleichtern? Dann ist dieses Mitmach-Format genau das Richtige für Sie. 

Wir stellen Ihnen aktuelle Innovationen vor. Erklären Ihnen, wie Innovationen entstehen und diskutieren mit Ihnen, wie Innovationen in die Praxis und damit in den Alltag von Millionen von Betroffenen überführt werden können. Lassen Sie sich von uns informieren und inspirieren. 

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen Sie bedarfsorientiert an Sie an.

Emotions-Roboter, schlaue Spiegel & Co. 

Digitale Innovationen kennenlernen und diskutieren

Datum: Individuell vereinbar 

Dauer: 60 Minuten  

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 10 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Innovationen in der Pflege sollen alltägliche Abläufe unterstützen und das Leben von Pflegebedürftigen sowie von Pflegenden vereinfachen und verbessern. Bereits heute gibt es zahlreiche Lösungen, die zu mehr Mobilität und Selbstversorgung führen. Zudem können kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie das Alltagsleben mit sozialen Kontakten durch Innovationen aufrechterhalten bleiben.  

In unserem Mitmach-Format geben wir Ihnen Einblicke in bereits bestehende Innovationen und erklären, wie Sie diese in Ihren Alltag integrieren können. Lassen Sie sich überraschen, was es neben Emotions-Robotern, digitalen Tablettenspendern, intelligenten Spiegeln oder elektrischen Rollatoren heute schon gibt. 

Wir führen Sie (vorerst) digital an diese Innovationen heran und diskutieren mit Ihnen über Stärken, Schwächen und die Alltagstauglichkeit.   

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen sie bedarfsorientiert an Sie an. 

Für wen? Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige, Interessierte, Pflegebedürftige