Digitale Technologien in Pflege und Therapie erleben
Therapieroboter gegen Einsamkeit oder zur Unterstützung in der Rehabilitation, smarte Medikamentenspender oder intelligente Uhren, die Körperfunktionen rund um die Uhr messen – digitale Anwendungen halten zunehmend Einzug in Pflege, Therapie und medizinische Versorgung. Damit solche und künftige Technologien den Alltag tatsächlich erleichtern, müssen sie sich schon in der Entwicklung an den Menschen orientieren, die sie nutzen sollen. Genau hier setzt das TDG-Projekt Dialograum der Universitätsmedizin Halle an. Dafür werden aktuell Seniorinnen und Senioren sowie Therapeutinnen und Therapeuten aller Disziplinen aus Halle und Umgebung gesucht.
Kompetenzen durch Teilnahme stärken
Ziel des Projekts ist es, Teilnehmende nicht nur mit neuen Technologien vertraut zu machen, sondern sie gezielt in ihren eigenen Kompetenzen zu stärken. „Die teilnehmenden Personen sollen vor allem lernen, ihre eigenen Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen als wichtigen Beitrag zur Technikentwicklung zu erkennen und selbstbewusst einzubringen“, sagt Lisa Patzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt. „Bestimmte Vorkenntnisse benötigen sie nicht.“
Aufbau regionaler Expertengruppen geplant
In interaktiven Seminaren in Gruppengrößen von bis zu 12 Personen setzen sich die Teilnehmenden mit digitalen Anwendungen im Gesundheitsbereich auseinander. Dabei lernen sie, wie sie neue Technologien kritisch einschätzen können – etwa, welche Fragen sie stellen sollten, ob Anwendungen alltagstauglich sind oder welchen Nutzen sie tatsächlich bieten.
„Das ist jedoch nur der Anfang“, sagt Emma Höbusch aus dem Dialograum-Team. „Wir möchten Menschen im Idealfall langfristig gewinnen, als erfahrene Anwenderinnen und Anwender ihre Perspektiven in Entwicklungsprozesse einzubringen.“ Ob als qualifizierte Praxispartner bei Veranstaltungen, Testphasen oder Diskussionsformaten zur Weiterentwicklung digitaler Gesundheitslösungen – viele Einsatzmöglichkeiten seien denkbar. Jedoch alles auf Basis der Freiwilligkeit. Eine erste Teilnahme sei keine Verpflichtung für mehr. Auch findet die Datenerhebung zu den geplanten Kursen vollkommen anonymisiert statt. Als ein Ergebnis soll ein Leitfaden für den Aufbau regionaler Expertengruppen entstehen.
Investforum Pitch-Day als Bühne für Innovationen
Das Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft Versorgungsforschung der Universitätsmedizin Halle umgesetzt und ist Teil der Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung.
Die Seminare finden an zwei Terminen pro Gruppe in Halle (Saale) statt und über eine Dauer von jeweils ca. 3 Stunden. Ergänzend sind freiwillige Interviews sowie die Mitgestaltung einer Veranstaltung anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaft möglich.
Für die Teilnahme erhalten Mitwirkende ein Zertifikat und eine kleine Aufwandsentschädigung. Bei Bedarf werden Fahrtkosten erstattet. Auch für die Verpflegung ist gesorgt.
Wann finden die Veranstaltungen statt?
Laut aktuellen Planungen ist die Durchführung der Seminare für April und Mai vorgesehen. Genaue Termine werden nach dem Anmeldeschluss am 31.03.2026 festgelegt.
Eine Anmeldung ist telefonisch unter +49 345 557-6598 oder per Formular möglich. Das Projektteam meldet sich anschließend mit Informationen zum weiteren Ablauf.