PROJEKTPARTNER/TEAM
AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus | Universitätsmedizin Halle | Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Doreen Moos
Jenny-Victoria Steindorff
DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
Sophie Lindner
prefrontal cortex GmbH
Paul Kirsten
TDG-Ansprechpartner:in
Doreen Moos
Jenny-Victoria Steindorff
PROJEKTINFORMATIONEN
Laufzeit 9/2025 – 8/2026
Vorhabenskosten 346.150 Euro
DigiCare Configuration ist ein co-kreatives Entwicklungsprojekt zur Weiterentwicklung der generalistischen Pflegeausbildung in Sachsen-Anhalt. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels zielt das Projekt darauf ab, digitale, praxisnahe und individualisierbare Lehr-Lernsettings zu etablieren, die Motivation, Handlungssicherheit und den Theorie-Praxis-Transfer von Auszubildenden nachhaltig stärken.
Im Mittelpunkt steht die partizipative Weiterentwicklung der im Rahmen des Projektes DigiCare entstandenen Virtual Reality (VR)-Szenarien. Lehrkräfte und Praxisanleitende werden aktiv einbezogen, um reale Herausforderungen des Kompetenzerwerbs sichtbar zu machen. Der Fokus liegt dabei ausdrücklich auf der „Berücksichtigung des Lernstandes und der Lernendenbedürfnisse“, betont Sophie Lindner vom Bildungswerk des DRK. „Wir möchten Lehrkräfte und Praxisanleitende darin unterstützen, ihren Unterricht bzw. ihre Anleitung individualisiert, anwendungsorientiert und gezielt hinsichtlich der spezifischen Lernbedürfnisse der Auszubildenden vorzubereiten, indem sie die Szenarien eigenständig anpassen und bearbeiten können“, ergänzt Jenny-Victoria Steindorff, Projekt-Coinvestigator seitens der AG Versorgungsforschung. Dies adressiert nicht nur den Wunsch befragter Auszubildender nach vorbereitenden Simulationen, um „…wenigstens mal die Situation vor sich gehabt zu haben, damit man weiß, was kommt auf mich zu“, sondern auch die Notwendigkeit einer individuellen Differenzierbarkeit: „Ich würde sogar sagen, dass es so eine Art Schwierigkeitsstufen geben sollte.“
Demnach sollen die VR-Szenarien konfigurierbar und somit flexibel anpassbar werden – sowohl an unterschiedliche Ausbildungsstände als auch an verschiedene Praxisfelder.
Technisch wird dies durch einen browserbasierten Konfigurator unterstützt, der eine intuitive Anpassung der VR-Szenarien sowie die zentrale Verwaltung mehrerer Geräte ermöglicht.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist zudem die bessere Verzahnung von Schule und Praxis. „Wie gestaltet sich der ‚normale Workflow‘, wenn die Auszubildenden in die Praxis und anschließend zurück in die Schule kommen?“ Dieser und weiteren Fragen nach Übergängen und Abstimmungen möchte Paul Kirsten von prefrontal cortex nachgehen und mithilfe der anpassbaren und somit gezielt einsetzbaren Szenarien „Lehrkräfte in die Lage versetzen, konkrete Empfehlungen geben zu können, was in der Praxis vertieft werden soll. Gleichermaßen können Praxisanleitende Hinweise zu fehlenden theoretischen Inhalten geben“. Ergänzend dazu formuliert Doreen Moos, wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG Versorgungsforschung, den Bedarf nach einer gemeinsamen Kommunikationsbasis: „Wir bräuchten einen Raum, eine digitale Austauschplattform für eine vereinfachte und vereinheitlichte Kommunikation zwischen Schule und Praxis“. Auf diese Anforderungen soll DigiCare Configuration künftig mit einem Beratungskonzept und digitalen Austauschstrukturen, die gegenseitige Rückmeldungen erleichtern, reagieren.
Unterstützend flankiert wird der Ansatz durch einen Train-the-Trainer-Ansatz zur Förderung digitaler Kompetenzen und zur Etablierung nachhaltiger Multiplikator:innen-Strukturen.
Das Projekt wird von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich begleitet. Gemeinsam mit dem Praxispartner DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. und dem Technologiepartner prefrontal cortex GmbH werden die entwickelten Konzepte erprobt, evaluiert und für die Curricula der generalistischen Pflegeausbildung aufbereitet. DigiCare Configuration versteht sich somit als gemeinsamer Gestaltungsraum für eine zukunftsfähige, partizipativ entwickelte und digital unterstützte Pflegebildung.
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