RÜCKBLICK

TDG INNOVATION SUMMIT 2022

Der erste TDG INNOVATION SUMMIT der Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung war ein Gipfeltreffen von Akteur:innen der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt. Dem Ziel, die Gesundheitsversorgung der Zukunft gemeinsam neu zu gestalten, kam man mit der Veranstaltungspremiere bereits näher. Ein zweiter SUMMIT ist für den Herbst 2023 geplant.

Ein Ökosystem, in dem innovative Ideen für die Pflege und Gesundheitsversorgung entstehen können, braucht vor allem eins: Beteiligung auf unterschiedlichen Ebenen. Das Projekt Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG) lud aus diesem Grund Bündnispartner:innen und Interessierte am 6. und 7. Oktober 2022 erstmals zum Gipfeltreffen ins Mitteldeutsche Multimediazentrum nach Halle (Saale) ein. 

Es kamen über 150 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Sie nutzten den leichten Zugang zueinander für einen intensiven Austausch. Mit der Veranstaltung sei es gelungen, die Projektebene zu verlassen und als Region in eine Umsetzung zu kommen, sagte TDG-Projektleiter Prof. Dr. Patrick Jahn. Um daran anzuknüpfen, plant man bereits die Fortsetzung des Events für den Herbst 2023. 

Dieser Rückblick gibt einen Eindruck über die Themen und die Ergebnisse des TDG INNOVATION SUMMIT 2022. 

6. OKTOBER: INNOVATIONS-MESSE

Präsentieren. Pitchen. Verbinden.

Insgesamt 25 Aussteller:innen präsentierten ihre Ideen für die Pflege- und Gesundheitsversorgung der Zukunft auf der Innovations-Messe des TDG INNOVATION SUMMIT. Für viele Teams der TDG-Projekte war es die erste Gelegenheit, sich persönlich zu treffen und auszutauschen. Auch Startups aus dem TDG-Netzwerk nutzten die Chance, ihre Geschäftsmodelle aus der Gesundheitsbranche vorzustellen. Die Teilnehmenden profitierten von den Erfahrungen der anderen und konnten mit ihren Ideen zudem die Pitch-Bühne erobern. Für einige war auch das eine wichtige Premiere.

7. OKTOBER: KEYNOTES

Wichtige Impulse durch namhafte Speaker:innen

Dr. Svenja Jaffari ist Innovationsberaterin im Health Innovation Centre of Southern Denmark (Syddansk Sundhedsinnovation). Mit ihrer Keynote unter dem Titel “Innovatives Design und Teilhabe im dänischen Gesundheitswesen” skizzierte sie eine auf Technologien und Digitalisierung setzende Herangehensweise, die auch als Blaupause für das Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt dienen kann. Ihre Präsentation hat Svenja Jaffari zum Download zur Verfügung gestellt. 

“Digitalisierung in der Gesundheits- und Pflegeversorgung gelingt nur gemeinsame”, lautete die These von Dr. Albert Kern vom Bundesgesundheitsministerium. Der Leiter des Referats Grundsatzfragen der Pflege und Pflegeversicherung machte deutlich, welche Entlastungspotenziale durch Digitalisierung für das Pflegepersonal, Pflegebedürftige und Angehörige möglich sind und was es dafür braucht. Einen Überblick gibt Kerns Präsentation, die über den Button heruntergeladen werden kann.

7. OKTOBER: THEMENTISCHE

Neun Tische, neun Themen und jede Menge Redebedarf

Die Zukunft der Pflege und Gesundheitsversorgung ist von vielen Faktoren und Akteur:innen abhängig. An Fragen, wie sich das dazugehörige Ökosystem gestalten lässt, mangelt es nicht. Beim TDG INNOVATION SUMMIT gab es das passende Format, um mögliche Antworten zu finden: das World Café. An neun Tischen diskutierten die Teilnehmenden neun Themen mit wechselnder Besetzung. In einer offenen Gesprächsatmosphäre ging es auf lebhafte Art und Weise darum, Herausforderungen konkret zu benennen und nächste Schritte für Lösungen zu entwickeln. Die Ergebnisse der Thementische haben wir hier zusammengefasst. 

Aufbau von Innovationsinfrastruktur
Moderatorin: Dr. Anja Wolf
Zitat: "Zugang zur Innovationsinfrastruktur gelingt mit Kaffee & Kuchen"
Herausforderungen
Wie komme ich an Informationen | Innovationen oft praxisfern und kostenintensiv | Potenzielle Nutzer:innen "abholen", involvieren & Eigeninitiative wecken
Nächste Schritte
Innovationen in die Fläche bringen über MakerLabs | MakerLabs in der TDG-Region identifizieren, vernetzen und sichtbar machen | Netzwerk transparent darstellen | Aktive Einbindung der Nutzer:innen
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Geistiges Eigentum und Verwertungsrechte
Moderator: Dr. Robert Szczesny
Zitat: "Erst anmelden – dann veröffentlichen!"
Herausforderungen
Fehlendes Bewusstsein für kommerziellen Aspekt des eigenen Beitrags (Wer bekommt was? Wie schütze ich mein Wissen?) | Was sind eigentlich verwertbare Kenntnisse (Know-how)? | Partner:in springt ab – was nun? | Eigenanteil ist nicht schützbar als Patent, Design, Software.
Nächste Schritte
Transferexpert:innen hinzuziehen, z.B. Transfer- & Gründerservice d. MLU, Kooperationsvertrag prüfen und anpassen (Wer bekommt was?) | Know-how-Verträge abschließen | Geheimhaltungsvereinbarungen vor jedem Gespräch | Sensibilisieren und informieren | Einfache Vorlagen bereitstellen.
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TDG und Senior:innen
Moderatorin: Ivonne Kalter
Zitat: "Digitalisierung ist für mich ein dunkler Raum – bloß nicht zu schnell das Licht anmachen."
Herausforderungen
Digitalisierung muss motiviert vermittelt werden | Kosten-, Zeit- und Personalmangel erschweren Zugang zu Senior:innen | Wie erreicht man Senior:innen, die sich nicht engagieren oder nicht technikaffin sind?
Nächste Schritte
Mehr Vernetzung | Erfahrungsräume schaffen und gute Beispiele belohnen
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Politik und Innovation
Moderator: Prof. Dr. Patrick Jahn
Herausforderungen
Getrennte Landes- und Bundespolitik | Pluralität der Ansprechpartner:innen | Regulatorische Freiheiten von Modellregionen | Reaktive Nutzung von Fördergeldern | Schwierige und aufwendige Antragsprozesse
Nächste Schritte
Reallabore schaffen | Benennung eines/einer Chief Digital Office Manager:in (Ansprechpartner:in für Digitalisierung für die Zielgruppe) | Gesetzliche Verpflichtung zur Teilhabesicherung in Bezug auf Digitalisierung | Kampagne zur digitalen Transformation | Einbezug der Kassen und lokalen Interessensvertreter:innen bei der Umsetzung digitaler Maßnahmen
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Krankenkassen und Innovationen
Moderator: Dr. Andreas Lauenroth
Zitat: "Krankenkassen – Wer seid ihr?"
Herausforderungen
Was können und dürfen Krankenkassen? |Fehlende Transparenz | Gemeinsamkeiten & Unterschiede von Krankenkassen | Krankenkassen-Landschaft
Nächste Schritte
Barrieren abbauen & alle Beteiligten an einen Tisch setzen | Möglichkeiten & Grenzen von Digitalisierung: Was braucht es, um Digitalisierungsprojekte voranzutreiben?
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Zugang zu den Akteur:innen in der Gesundheitsversorgung
Moderatorin: Marielle Schirmer
Zitat: "Dafür haben wir keine Zeit."
Herausforderungen
Fehlender Überblick über Ansprechpersonen | Vertrauen aufbauen & langfristige Kontakte knüpfen | Innovation ist Arbeit. Sie benötigt Zeit und Motivation | Projektmüdigkeit: Frust über nicht sichtbare Ergebnisse
Nächste Schritte
Schaffen offener Begegnungsräume für alle Akteur:innen | Sensibilisieren und Impulse setzen
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Rolle von KMU bei der Innovationsentwicklung
Moderator: Jens Willing
Zitat: "Die Schnittstelle zwischen analog und digital finden"
Herausforderungen
Netzwerkaufbau (Partner:innen und interessierte Nutzer:innen finden) | Effiziente Gestaltung & Organisation (unter besonderen Pandemie-Bedingungen) | Innovationen unterstützen und entstehen lassen | Projektbewilligungen
Nächste Schritte
Umsetzung von wissenschaftlichen Methoden (Daten gewinnen/Feldtestphasen) | Bewertung der Nützlichkeit durch Testpersonen | Aufbau eines Tester:innenpools | Enger Kontakt zu Nutzer:innen (Vertrauensaufbau, mehr Nutzer:innenfreundlichkeit)
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Das TDG-Bündnismanagement
Moderator: Dr. Karsten Schwarz
Zitat: "Wie bringen wir die richtigen Leute zusammen?"
Herausforderungen
Transparenz der Entscheidungen | Partner:innen zusammenbringen | Zusammenarbeit mit Kommunen
Nächste Schritte
Formate zum Austausch regionaler Akteur:innen, Multiplikator:innen & Politik | Ausbau der Präsenz des TDG-Personals in der Region | Mehr Transparenz durch interaktive Karte der Partner:innen und Infrastrukturen
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Smart Money
Moderatorin: Dr. Angelika Vlachou
Zitate: "Fördermittel sind gut, aber …" und "Üben, üben, üben … (um gut zu überzeugen)"
Herausforderungen
Ausbau und Zugang zu Netzwerken | Weg von Papier hin zur aktiven Markteinbindung | Teambildung mit komplementierenden Fähigkeiten und Wissen | Prioritäten, Zeitdruck, Genehmigungen, Bürokratie
Nächste Schritte
Networking und Pitchen üben | Entwicklung am Markt entlang (Wirtschaftlichkeit der Projekte im Blick behalten)
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Probleme in der Pflege heute – Lösungen für morgen 

Herausforderungen und Ideen aus dem Alltag von Pflegekräften

Datum: Individuell vereinbar  

Dauer: 60 Minuten 

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 10 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Sie arbeiten in der Pflege? Geht es um die Gegenwart in ihrer Branche, kennen Sie die täglichen Herausforderungen am besten. Denken Sie an die Zukunft, wissen Sie genau, was Sie anders oder besser machen würden? Sprechen wir darüber! 

Wir möchten Ihren und den Alltag von Pflegebedürftigen durch den Einsatz und die Entwicklung innovativer Lösungen verbessern. In diesem Mitmach-Format geht um den Austausch mit Ihnen, denn Sie sind der Experte/die Expertin. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie Probleme mit bereits vorhandenen Innovationen gelöst werden können. Oder welche Lösungen es in Zukunft braucht, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern.  

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen sie bedarfsorientiert an Sie an. 

Für wen? Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige, Interessierte, Pflegebedürftige.

Pflege-Innovationen in die Praxis integrieren – aber wie?

Austausch-Format für Entscheider*innen in der Pflegewirtschaft 

Datum: Individuell vereinbar  

Dauer: 60 Minuten 

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 5 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Innovationen im Bereich der Pflegewirtschaft sind bereits vorhanden. Durch TDG-Projekte kommen neue dazu. Neben den Anwender:innen und Betroffenen, für die diese Lösungen entwickelt werden, benötigt es Entscheider:innen im Bereich Pflege und Gesundheit. 

Sie sind Leiter:in einer Pflegeeinrichtung oder Pflegedienstleister? Sie haben auf kommunaler Ebene Verantwortung für die Daseinsvorsorge im Gesundheitswesen? Sie möchten neue Lösungen in ihrer Einrichtung integrieren oder neue Ideen mitentwickeln und Pflege künftig erleichtern? Dann ist dieses Mitmach-Format genau das Richtige für Sie. 

Wir stellen Ihnen aktuelle Innovationen vor. Erklären Ihnen, wie Innovationen entstehen und diskutieren mit Ihnen, wie Innovationen in die Praxis und damit in den Alltag von Millionen von Betroffenen überführt werden können. Lassen Sie sich von uns informieren und inspirieren. 

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen Sie bedarfsorientiert an Sie an.

Emotions-Roboter, schlaue Spiegel & Co. 

Digitale Innovationen kennenlernen und diskutieren

Datum: Individuell vereinbar 

Dauer: 60 Minuten  

Ort: (vorerst) digital 

Kosten: kostenlos 

Teilnehmeranzahl: max. 10 Personen

Referent:in: Mitarbeiter:in TDG Bündnismanagement

Innovationen in der Pflege sollen alltägliche Abläufe unterstützen und das Leben von Pflegebedürftigen sowie von Pflegenden vereinfachen und verbessern. Bereits heute gibt es zahlreiche Lösungen, die zu mehr Mobilität und Selbstversorgung führen. Zudem können kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie das Alltagsleben mit sozialen Kontakten durch Innovationen aufrechterhalten bleiben.  

In unserem Mitmach-Format geben wir Ihnen Einblicke in bereits bestehende Innovationen und erklären, wie Sie diese in Ihren Alltag integrieren können. Lassen Sie sich überraschen, was es neben Emotions-Robotern, digitalen Tablettenspendern, intelligenten Spiegeln oder elektrischen Rollatoren heute schon gibt. 

Wir führen Sie (vorerst) digital an diese Innovationen heran und diskutieren mit Ihnen über Stärken, Schwächen und die Alltagstauglichkeit.   

Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir gestalten unsere Mitmach-Formate individuell und passen sie bedarfsorientiert an Sie an. 

Für wen? Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige, Interessierte, Pflegebedürftige